Die 8 häufigsten Fehler beim Saxophonspielen und wie du sie vermeidest!

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Die 8 häufigsten Fehler beim Saxophonspielen und wie du sie vermeidest!

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Die 8 häufigsten Fehler beim Saxophonspielen und wie du sie vermeidest!

Ich helfe unzufriedenen Saxophonisten schnell dabei einen großen Sound und eine präzise Technik zu entwickeln. Das funktioniert sogar für Saxophon-Anfänger.

Hallo lieber Saxophonist und liebe Saxophonistin, mein Name ist Bernd Hartnagel. Ich bin Saxophonlehrer bei Saxbrig und SaxVideoTraining.com. Ich unterrichte schon über 25 Jahre dieses wunderbare Instrument. In dieser Zeit habe ich natürlich schon alle möglichen Schülertypen kennengelernt. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich so ziemlich alle kleinen Problemchen der Saxophonschüler kenne und natürlich auch immer einen guten Tipp auf Lager habe, wie man schnell und effektiv diese Fehler „wegüben“ und beheben kann.

Im Laufe meiner Lehrerkarriere konnte ich immer wieder feststellen, dass die Schüler 8 typische Fehler beim Saxophonspielen machen. Diese Fehler in Kombination führen am Ende dazu, dass der Saxophonist überhaupt nicht „cool“ klingt. Das Saxophonspiel fühlt sich nicht gut an und der Sound erinnert oft an eine Tröte. Das Saxophon ist aber ein ungeheuer ausdrucksstarkes Instrument, das sehr viel mit der menschlichen Stimme gemein hat. Dieser Artikel soll Dir dabei helfen die volle Ausdruckskraft deines Instruments zu entfesseln.

Auch ich selbst hatte früher diese 8 Fehler gemacht und kann daher sehr gut nachvollziehen, wie nervig es sein kann, wenn man einfach nicht die gewünschten Resultate erzielt. Man hat einen bestimmten Sound im Kopf. Genauso will man auch klingen…ABER geht nicht!

In den meisten Fällen braucht man erst einmal einen guten Lehrer, der auf diese Fehler hinweist. Viele Spieler merken es ja überhaupt nicht. Sie machen oft jahre- sogar jahrzehntelang vieles falsch.

Mit diesem kleinen Artikel möchte ich dich gerne auf diese 8 Fehler beim Saxophon lernen aufmerksam machen und dir auch direkt im Anschluss Lösungsvorschläge anbieten. So kannst du gleich an den Schwachstellen arbeiten und wirst schnell besser.

Fehler Nr. 1 - Eine falsche Mundstellung

„Jede Jeck is anders“ (Jeder Narr ist anders) - wie man in Köln so schön sagt. Und das gilt auch für den Saxophon-Ansatz. Jeder Mund ist anders. Genau wie jeder Mensch anders aussieht, eine andere Nase, andere Hände und andere Füße hat, so ist auch bei jedem Menschen der Mundraum etwas anders geformt. Nicht immer passen die obere und untere Zahnreihe anatomisch perfekt aufeinander. Viele Menschen haben einen leichten Überbiss, seltener ist ein Unterbiss. Die Kiefer und das Gebiss passen sich dieser Position im Wachstum natürlich an.

Der häufigste Fehler, den man beim Saxophon-Ansatz beobachten kann, ist eine falsche Mundstellung zum Mundstück. Es gibt zwei Extreme: Manche Spieler schieben ihren Unterkiefer zu weit nach vorne. Die Unterlippe ist dadurch sehr weit hinten am Blatt (an der dicken Stelle des Blattes). Dadurch wird der Ton sehr schwer kontrollierbar und klingt meist scharf und blechern. Durch diese Kieferstellung entstehen zu viele laute Obertöne, die den eigentlichen Ton stark überlagern.

Das andere Extrem gibt es auch: Der Saxophonspieler nimmt das Mundstück nicht weit genug in den Mund. Seine Lippen umschließen die kleine Mundstückspitze. Hierdurch schwingt nur ein ganz kleiner Teil der Blattspitze und produziert einen sehr kleinen, fast flüsternden Ton. Wer mit solch einem Ansatz spielt, hat keine Chance einen lauten vollen Ton zu erzeugen, egal wie viel Luftdruck er gibt.

Lösung - Finde zuerst die richtige Mundstellung

Das ist leichter gesagt als getan! Wie findest du nun die perfekte Stelle am Mundstück? Das geht nur durch ausprobieren, immer und immer wieder. Einen guten Richtwert hat man, wenn man die obere Zahnreihe ungefähr einen Zentimeter von der Mundstückspitze weg plaziert. Das ist natürlich nur ein grober Wert und sehr theoretisch. Um wie gesagt: Jeder Mund ist anders.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen ob du richtig ansetzt kannst du folgende Übung machen:

1. Forme deine Lippen wie wenn du ein F sprichst. Mach dir bewußt wie dabei Unter- und Oberlippe zueinander stehen. Versuche das Gefühl abzuspeichern.

2. Nimm nun das Mundstück in den Mund. Denke an das F und probiere mit wenig Luftdruck einen Ton zu spielen. Wenn kein Ton herauskommt, kannst du verschiedene Dinge ändern: Das Mundstück etwas weiter aus dem Mund nehmen, Den Lippendruck (mit der Unterlippe) ganz sachte erhöhen, den Luftdruck verstärken oder ein leichteres Blatt verwenden.

3. Du musst immer wieder probieren. Am besten spielst du immer nur einen langen Ton. Ein G ist für diese Übung perfekt. Es geht hier nicht um Technik, sondern nur um den richtigen Ansatz. Nur Geduld.

Fehler Nr. 2 - Zuviel Druck auf das Blatt - Die Beißer-Schüler

Früher wurde der Saxophon-Ansatz von vielen klassischen „Klarinetten-Saxophon-Lehrern recht primitiv erklärt:

Herr Lümml sagt: „Zuerst ziehst du die Unterlippe über die unteren Zähne. Dann nimmst du das Mundstück in den Mund. Das Mundstück hältst du nun mit beiden Kiefern fest im Mund. Das war es! Kapiert?“

NIX KAPIERT - hat der Lehrer!

Abgeleitet wurde diese Methode wahrscheinlich vom Klarinetten-Ansatz. Viele Saxophonisten waren früher zuerst Klarinettisten und hatten logischerweise jahrelang den Klarinetten-Ansatz trainiert. Dadurch, dass beide Mundstücke sich sehr ähneln, schließt man darauf, dass der Ansatz auch ähnlich funktioniert. DAS IST ABER TOTAL FALSCH!

Bei der Klarinette geht alles etwas „fester, härter und mit mehr Kraft!“. Man braucht tatsächlich bei einer Klarinette etwas mehr Druck, sowohl vom Ansatz her als auch von der Luft. Die Bauweise der Klarinette unterscheidet sich sehr stark von der eines Saxophons. Nur die Griffweise und die Funktionsweise (Holzblasinstrument) sind identisch oder fast identisch.

Wenn man nun mit solch einem „harten“ Ansatz versucht einen schönen Saxophon-Sound zu erzeugen, wird man schnell enttäuscht sein. Durch die feste Unterlippe über den Zähnen wird der ganze Ansatz extrem starr und fest, wodurch man das Blättchen sehr stark daran hindert schön frei zu schwingen. Der Ton wird unflexibel und fiepsig. Der Sound ist klein und schwach und erinnert mehr an eine Klarinette (…ach was, echt?)

Lösung

Die Unterlippe muss in einer natürlichen Stellung bleiben. Das bedeutet nicht, dass du sie nach außen stülpen sollst. Wenn du deinen geschlossen Mund im Spiegel anschaust, siehst du eine natürliche Mundstellung. Das ist auch schon alles. Mit dem Mundstück im Mund sollen die Lippen ganz ähnlich aussehen.

Fehler Nr. 3 - Ungenaues Anstoßen

Es gibt Saxophonisten, die nicht wissen, dass man Töne mit der Zunge anstößt. Das ist kein Witz!

Eines Tages kam ein Schüler zu mir, mit dem Wunsch improvisieren zu lernen. Er erzählte mir einen Tag vorher am Telefon, dass er schon 20 Jahre professionell unterwegs sei. Er spiele mit namhaften Tanzbands und Musikkapellen. Er könne eigentlich alles, außer improvisieren. Ok, die Messlatte war gelegt. Ich hatte eine Vorstellung wer da zu mir kommt, und hatte auch schon einige Ideen, um dem Schüler einen guten Einstieg in die Improvisation zu geben.

Als wir uns am nächsten Nachmittag das erste Mal trafen und zusammen einen Jazz-Standard anstimmten, dachte ich sofort: „Da stimmt irgendwas nicht. Das klingt alles sehr undefiniert und wischi-waschi!“

Als ich zu ihm meinte er solle doch mal deutlicher anstoßen, entgegnete er erstaunt was ich damit meinen würde!

Ach was! Der Saxophonist, der schon seit 20 Jahre als Profimusiker unterwegs ist, wusste nicht, dass man die Töne mit der Zunge anstößt.

Das haute mich echt um! Ich dachte erst „Der veräppelt mich, oder?“ Statt mit der Zunge zu stoßen, hatte er das ganze Thema durch den Luftstrom und mit Hilfe des Zwerchfells gelöst. Das klang natürlich total anders (und gar nicht mal sooo gut!)

Den Zungenstoß lernt der Schüler normalerweise direkt man Anfang. In den ersten paar Unterrichtsstunden. Was sich zu Beginn etwas komisch anfühlt, wird schnell zur Gewohnheit und gehört einfach dazu. Nicht jeder Ton wird angestoßen, das ist klar. Erst das Zusammenspiel einzelner Möglichkeiten der Phrasierung, läßt eine Melodie wirklich lebendig werden.

Stell dir mal vor du willst den folgenden Satz ohne Zungenstoß artikulieren: „Guten Tag, Tobias. Trinkst du täglich Tee?“ Was dabei herauskommt klingt dann ungefähr so:“Guhen Hag, Hobias. Hingst su häglich hee?“. Bei jedem T oder D stößt die Zunge an den vorderen Gaumen. Nur durch das Anstoßen kann man den Sprechenden klar verstehen. Je besser die Artikulation, desto deutlicher die Aussprache. Beim Saxophon ist das nicht viel anders.

Wenn du dir Sonny Rollins mal anhörst, merkst du gleich wie stark und genau er anstößt. Durch das Anstoßen entsteht Kraft und Power im Sound. Das Anstoßen hat etwas perkussives, wie bei einem Schlagzeug. Es ist wie ein „kleiner Knall“. Der Spieler macht klar, wo der Ton beginnt.

Lösung - Ta Ta Ta Ta

Du kannst Tonleitern üben und dabei jeden Ton anstossen. Um die Zunge zu trainieren übst du am Besten mit Hilfe eines Metronoms und versuchst jedes Mal ein bisschen schneller zu werden. Ich empfehle meinen Schülern ganz am Anfang immer jeden Ton anzustoßen. Auch wenn in den Noten etwas anderes steht. Einfach nur, damit sie die Bewegung lernen und eine Routine entwickeln. Das ist wichtig. Nur wenn die Zunge gut funktioniert (und zwar ohne dass man sich jedes Mal auf das Anstoßen konzentrieren muss), kann man sich anderen Facetten der Musik zuwenden: wie Phrasierung, Dynamik u.s.w. Achte beim Anstoßen immer darauf, dass deine Zunge eine lockere und unverkrampfte Bewegung macht. Die Zunge muss vorne an die Mundstückspitze kommen, nicht nur kurz davor. Zum Anstoßen braucht man keine Kraft. Es ist eher einer lockere aber genaue Bewegung.

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Fehler Nr. 4 - Falsche Atmung

Als Sänger oder Bläser brauchen wir die Bauchatmung. Nur so können wir viel Luft holen. Bauchatmung ist die Atmung, die der Mensch natürlicherweise einsetzt, wenn er nicht darüber nachdenkt. Wenn du schläfst, wenn du entspannt auf dem Sofa liegst, dann machst du die Bauchatmung.

Die häufigsten Fehler, die ich immer wieder beobachte, haben mit einer schlechten oder falschen Atmung zu tun. Es gibt viele Schüler, die behaupten, Saxophonspielen sei sehr anstrengend. Natürlich, wenn man auf der Bühne steht und beim Solo „Alles gibt“ mag das ja stimmen. Aber normalerweise kann sogar ein kleines Kind ohne Probleme einen langen Ton auf einem Baritonsaxophon spielen.

Wenn die Luft knapp ist, hat es wieder mit der fehlenden Entspannung zu tun. Viele Schüler verkrampfen und „japsen“ quasi nach Luft. Jeder der richtig einatmet, hat genug Luft, um mindestens 10 - 15 Sekunden den Ton auszuhalten. Das sollte kein Problem sein. Manche haben sich angewöhnt durch die Nase einzuatmen. SORRY!, aber das geht gar nicht. Es dauert viel zu lange und es kommt nicht genug Luft hinein. Der Schüler holt dann alle 3 oder 4 Töne Luft. Das nervt und strengt ungeheuer an.

Lösung - lange Töne üben

Um sich eine gute Atmung anzutrainieren, kannst du lange Töne spielen. Es ist ein bisschen so wie Atemübungen bei der Meditation. Bleibe aber immer entspannt. Atme komplett aus, dann wieder komplett ein. Die Luft fließt dabei nach unten. Der Bauch geht raus, die Brust hebt sich nur leicht. Dann spielst du ein „G“ und hältst den Ton so lange, bis deine Luft zu Ende geht. Kurze Pause, dann noch mal…und noch mal. Lass dir Zeit.

Fehler Nr. 5 - Verkrampfte Finger

Das Saxophon ist ein ergonomisch geformtes Instrument. Um die Klappen zu bedienen, muss man sich nicht verbiegen. Alle Handbewegungen sind sehr natürlich. Das Saxophon ist quasi perfekt an die menschliche Anatomie angepasst. Trotzdem neigen viele Saxophonisten dazu übertrieben viele oder unnütze Bewegungen zu machen. Finger-Abspreizen ist der häufigste Fehler. Jeder Finger, der nicht in Gebrauch ist, wird so weit wie möglich von der Klappe abgespreizt. Das hat zur Folge, dass der Spieler unnötig große Bewegungen macht und langsam wird. Wenn du dir Videoaufnahmen von Saxophonisten anschaust, siehst du oft gar keine Fingerbewegungen. Es sieht manchmal so aus, als spielten sie gar nicht. Das kommt durch die minimalen Bewegungen der Finger. Du kannst beim Spielen deine Finger auf den Klappen ruhen lassen, auch wenn sie nicht gedrückt sind.

Ein anderes Problem sehe ich häufig, wenn Saxophonisten mit sehr viel Kraft die Klappen herunterdrücken. Kraft braucht man zum Saxophonspielen überhaupt nicht. Die Lederpolster schließen von ganz alleine, sobald sie auf den Tonlöchern liegen. Es ist ein leichtes „Plopp“ zu hören.

Wenn du mit Kraft spielst, wirst du auch schnell verkrampft und langsam.

Lösung

Spiele eine Tonleiter und achte dabei ganz bewußt auf eine entspannte Fingerhaltung. Versuche alle Finger in Klappen-Kontakt zu halten. Mache es langsam und bewußt. Wenn du schon eine Weile spielst und dir angewöhnt hast die Finger zu spreizen, wird es sich wahrscheinlich sehr ungewohnt anfühlen. Teste einfach mal wie wenig Druck nötig ist, damit die Klappe schließt.

Fehler Nr. 6. Falsche Körperhaltung

Genau wie die richtige Mundstellung, so ist auch die gesamte Körperhaltung für ein entspanntes Spielgefühl entscheidend. Es gibt sehr viele komische Eigenarten unter Saxophonisten. Wer kennt nicht die „Action“-Bilder der Show-Saxophonisten, die sich beim Solo sportlich verausgaben, das Saxophon nach oben reißen, oder beim Spielen in die Knie gehen. Das ist für das Publikum natürlich spektakulär und bei „Show-Saxophonisten“ ist das normales Handwerkszeug, aber auch totaler Quatsch!

Häufige Haltungsfehler sind:

- das Saxophon hängst zu hoch oder zu tief

- kein sicherer Stand mit beiden Füßen parallel auf dem Boden

- hochgezogene Schultern

- verdrehter Oberkörper

Lösung:

Ein gute Haltung beim Saxophonspielen bedeutet: Ein fester Stand mit beiden Füßen parallel am Boden. Den Saxophon-Gurt richtig in der Höhe eingestellt. Das Mundstück soll dabei genau zum Mund zeigen, ohne dass man sich verbiegen muss. Ein aufrechter Stand. Man stelle sich vor, der Kopf würde an einem Faden nach oben gezogen, wie bei einer Marionette. Die Schultern hängen entspannt und locker nach unten. Die Oberarme hängen entspannt an den Seiten herab und die Hände umgreifen seitlich das Saxophon, ohne die Handgelenke zu verdrehen. Wenn du einfach nur darauf achtest, dass alles seinen natürlichen Bewegungsabläufen folgt, bist du auf dem richtigen Weg.

Fehler Nr. 7. Fehlende Atemstütze

„Das Saxophon ist ein Blasinstrument für faule Leute!“ Das sagte mal einer meiner Dozenten zu mir, als Anspielung auf meine nichtvorhandene Atemstütze. Tatsächlich ist es so, dass man Saxophon spielen kann, ohne viel über Atmung zu wissen. Jeder Bubi bekommt einen Ton heraus. Das ist einerseits natürlich toll, aber andererseits verleitet es auch häufig dazu, „schlampig“ zu spielen. Wenn du schon mal versucht hast auf einem Blechblasinstrument (Trompete, Posaune etc.) einen Ton anzublasen, wirst du festgestellt haben, dass das nicht so „easy-peasy“ geht. Blechbläser müssen viel bewußter die Stütze und die Atmung einsetzen, um überhaupt einen Ton spielen zu können. Und deshalb beschäftigen sich Blechbläser auch in jeder Übe-Session erst mal mit den 3 Basics = Ansatz, Atmung und Stütze.

Die meisten Saxophonisten im Hobby und Amateurbereich werden die Atemstütze wenig bis gar nicht bewußt einsetzen. Manche machen es intuitiv richtig, viele aber haben keinen blassen Schimmer!

Nur wer beim Spielen bewußt die Rumpfmuskulatur zum Einsatz bringt, kann einen fetten und lauten Ton spielen. In Kombination mit allen anderen wichtigen Faktoren, kann jeder Spieler einen richtig guten Klang auf dem Saxophon entwickeln.

Lösung

Um überhaupt die Muskelgruppen zu spüren, die man zum Stützen braucht, kannst du einfach mal ein bisschen rumschreien! Ja, genau. Jeder der seine Stimme erheben will, braucht diese Stütze. Du spürst dann direkt, welche Muskeln sich anspannen. Ein anderes gutes Beispiel findest du, wenn du hustest. Auch beim Husten brauchst du diese Stütz-Muskeln.

Um nun Stütze zu üben kannst du lange Töne als Crescendo (von leise nach laut) spielen. Versuche am Ende bis zum Äußersten zu gehen, also so laut zu spielen, dass es schon in den Ohren klingelt. Gib alles!

Fehler Nr. 8 - Schlechte Vorbereitung des Equipments

Saxophonisten haben sehr viele Equipment-Teile, auf die sie achten müssen. Schon der Schnabel besteht aus 3 Teilen (Mündstück, Ligatur und Blatt). Dann gibt es den S-Bogen und den Korpus. Ich sehe es leider allzu oft, dass Schüler dem Zusammensetzen des Instruments nicht genügend Aufmerksamkeit und Geduld entgegenbringen. Wenn der Ton dann nur schwer anspricht, wundern sie sich und denken das Saxophon sei kaputt. Bei genauerer Betrachtung passieren die häufigsten Fehler beim Montieren des Blattes auf das Mundstück. Mal liegt das Blatt schief auf dem Mundstück-Tisch, mal ist das Blatt tiefer oder höher als die Mundstückspitze montiert, oder im schlimmsten Fall ist das Blatt abgeknickt oder uralt.

Ich habe auch schon einige Kunststücke mit dem S-Bogen gesehen. Manchmal rutsch die Oktavklappen-Verbindung beim Zusammenstecken über die Oktavklappe des S-Bogens und verkeilt sich dann. Oder der S-Bogen wird nicht komplett auf den Korpus geschoben. Dadurch lässt sich das Instrument nicht mehr stimmen.

Ich kann mich noch gut an eine Unterrichtsstunde erinnern, die nur daraus bestand das Saxophon des Schüler zu stimmen (was einfach nicht möglich war). Unten war es extrem tief und oben sehr hoch. Wir hatten alles probiert: zig neue Blätter, anderes Mundstück, Ansatz. Es ging einfach nicht.

Nach 45 Minuten gaben wir dann enttäuscht auf und der Schüler packte sein Saxophon zusammen. Als er den Durchziehwischer durch das Saxophon zog machte es „plirr“ und die Mundstück-Kappe fiel uns aus dem Trichter entgegen. Dann kam der Lachkrampf (der übrigens auch die Atemstütze braucht!).

Lösung

Du solltest wirklich darauf achten, dein Blatt ganz gewissenhaft auf das Mundstück zu montieren. Wenn du das Blatt schon einige Zeit gespielt hast, kannst du mal ein frisches probieren. Mit „einige Zeit“ meine ich 6 Wochen bis 2 Monate. Es kommt immer darauf an wie viel du spielst.

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Über den Autor:

Bernd Hartnagel ist geboren und aufgewachsen im südhessischen Lorsch. Während der schulischen Ausbildung in Bensheim, stand für ihn schon sehr früh fest, dass es ihn beruflich in den Musikbereich zieht. Schon in den ersten Jahren als Saxophonschüler war der Wunsch nach eigenen Projekten und Bands sehr groß. Er studierte Jazzsaxophon, Klarinette und Querflöte an der Hochschule für Musik in Köln. Seine Lehrer waren unter anderen Wolfgang Engstfeld, Frank Gratkowski, Bill Dobbins, Tom van der Geld.

Heute ist Bernd hauptsächlich als Musiker und Instrumentalpädagoge tätig. Mit 20 Jahren Unterrichtserfahrung an städtischen und privaten Musikschulen gibt er nun seinem Unterrichtskonzept in der Kinder- und Erwachsenenbildung in der eigenen Schule in Köln neuen Raum. Man sieht ihn in eigenen Musikprojekten genauso wie als Sideman im Jazz und Popbereich (Marla Glen Band, ZDF Fernsehgartenband Hipshack, Verleihung d. Deutschen Fernsehpreises). Bei der Zusammenarbeit mit dem Landesjugendjazzorchester Hessen tourte er durch Südamerika, Kanada, Südafrika, Russland.

Bernd war auch mehrfach als Saxophon-Coach für Film und Fernsehproduktionen tätig und bereitete die Darsteller auf ihre Rollen vor.

By |2017-10-30T10:49:03+02:00Juli 21st, 2017|Allgemein|0 Comments

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